
Landvermesser. Landschaftsdarstellungen zeitgenössischer Kunst.
Landschaft als Sujet künstlerischer Auseinandersetzung scheint, wie die Kuratoren Andreas Bee und Martin Stather im Katalog zur Ausstellung schreiben, »wieder in der Luft zu liegen.« Das allein kann aber nicht die Anstrengung rechtfertigen, eine Gruppenausstellung zu diesem Thema zu organisieren. Mit ein bisschen gutem Willen hätte man beispielhafte Werke auch schon vor einigen Jahren in den Ateliers finden können. Also warum gerade jetzt? Versucht man, in den einzelnen Arbeiten eine Antwort auf diese Frage zu finden, wird klar, dass Landschaft, verstanden als im ästhetischen Weltbezug bewältigte Natur, hier nur Staffage für ganz andere Themen ist. Vielmehr scheinen sich die eingeladenen dreißig Künstler - die meisten von ihnen sind in den fünfziger Jahren geboren - mit dem Problem zu plagen, wie sie sich überhaupt noch äußern können. Landschaft ist ihnen das exemplarische Sujet, an dem sie die Tatsache bewältigen wollen, dass es nichts gibt, was in der Kunstgeschichte nicht schon fermentiert und in den Medien des 20. Jahrhunderts nicht ständiger Reproduktion ausgesetzt ist. Landschaft ist in dieser Ausstellung also als ein schon längst durchbuchstabierter Text zu sehen, als ein Formenreservoir, zu dem die Künstler nur mehr noch kommentierend Stellung nehmen können.
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